Schwälmer Humor – Der Kreuzböse

30.03.2017 in Kultur

Beim Geißehannes im schiefen Häuschen hinter der Pfarrscheune war wieder einmal der Teufel los – er war dudelnudelvoll. Dann radaute er, als ob der Leibhaftige in seinem Bauch gefahren wäre. Dann knallten die Türen und zerscherbelten die Töpfe; dann krischen die Kinder und die Frau, als ob sie am Spieße steckten.

Es war Mitternacht. Die Burschen draußen, die aus der Spinnstube kamen, hatten eine Zeitlang neugierig dem Schauspiel zugesehen. Jetzt klopft’s am Fenster beim Kreuzbösen, einmal – zweimal – dreimal. – Jetzt schießt der Kreuzböse mit seinem fuchsroten Kopf daraus hervor und gakt (schreit): “Bos eß los?” 1) – Aber in demselben Augenblick bekommt er einen Hieb aufs Zifferblatt (Gesicht), daß er wie ein Mehlsack in die Stube plumpst und de- und wehmütig grunzt: “Ich honn meng Deel – ich honn meng Deel”. 2)
Davon war er lange Zeit geheilt, und nur selten noch rumorte er in seinem kleinen Häuschen herum.

1) was ist los
2) Ich habe meinen Teil

 
 

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